Preisverleihung: Dissertationspreis Kulturwissenschaften 2016 geht an zwei RUB-Wissenschaftler

Bild der Preisträger

Zwei Wissenschaftler der Ruhr-Universität Bochum wurden mit dem Dissertationspreis Kulturwissenschaften 2016 ausgezeichnet: Der Literaturwissenschaftler Manuel Mackasare erhielt für seine Arbeit zum Deutschunterricht im Kaiserreich den ersten Preis. Der zweite Preis ging an den Sozialwissenschaftler Marc Dietrich für seine Dissertation zum Thema der Inszenierungen im amerikanischen Rap. Der Dissertationspreis wird vom Förderverein des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen (KWI) vergeben.

Den mit 3.000 Euro dotierten ersten Preis erhielt Manuel Mackasare für seine Arbeit „Klassik und Didaktik. Die Konstituierung des deutschen Unterrichts 1871-1914 im synergetischen Verhältnis zur Rezeption Lessings, Goethes, Schillers“. Auf breiter Basis zeigt Mackasare, wie den Texten der deutschen Klassik eine doppelte Funktion zukommt, als Unterrichtsgegenstand von Erziehung und Bildung sowie als Referenzwerke der Didaktik. Damit differenziert er mit seiner Arbeit gleichzeitig eine bis heute gängige Deutung, wonach der Deutschunterricht im Kaiserreich in erster Linie der Ausbildung des „deutschen Untertaten“ gedient habe. Auf „erhellende Weise“ beleuchte Mackasare somit die Rezeption deutscher Klassiker im Kaiserreich, so KWI-Fellow Friedrich Jaeger in seiner Laudatio.

Als einen „bricoleur“, einen „Bastler“, bezeichnete KWI-Direktor Claus Leggewie den Zweitplatzierten, den Sozialwissenschaftler Marc Dietrich in seiner Würdigung. Dietrich wurde für seine Arbeit „Rapresent what? Zur Inszenierung von Authentizität, Ethnizität und sozialer Differenz im amerikanischen Rap-Video“ mit 1.500 Euro ausgezeichnet. Er untersuchte mit Hilfe einer innovativen Bild- und Videohermeneutik die ästhetische Praxis des amerikanischen Rap und kann damit unmittelbar zum Praxisverständnis jugendkultureller Lebensformen beitragen. Für Leggewie erbrachte Dietrich mit der Arbeit eine „Pionierleistung in den Sozialwissenschaften“, er lobte das 700 Seiten starke Werk besonders für seine „Erschließung neuer methodologischer Gebiete“.

Über den Dissertationspreis Kulturwissenschaften

Zur Förderung junger Forscherinnen und Forscher lobt der Verein zur Förderung des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen (KWI) seit 2009 jährlich den „Dissertationspreis Kulturwissenschaften“ aus. Damit werden exzellente Arbeiten in den Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften ausgezeichnet, die an einer der drei zur Universitätsallianz Ruhr (UAR) gehörenden Universitäten in Bochum, Dortmund und Duisburg-Essen verfasst wurden. Mit dem Preis unterstützen der Förderverein des KWI und die Stiftung für Kulturwissenschaften die interuniversitäre Arbeit des Forschungskollegs und fördern den wissenschaftlichen Nachwuchs in den Kulturwissenschaften. Die nächste Ausschreibung für den Dissertationspreis erfolgt im Frühjahr 2017.

Quelle: www.kwi-nrw.de/home/_blog-dissertationspreis_kuwi_2016.html