20 Jahre Institut für Konflikt- und Gewaltforschung

Porträt Prof. Dr. Zick

Extremismus, Konflikte und Gewalt prägen die Gegenwartsgesellschaft wie kaum zuvor. Das zeigen die Studien des Instituts für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung (IKG) der Universität Bielefeld. Vor 20 Jahren wurde das Institut eröffnet. Prof. Dr. Andreas Zick (Foto) leitet das Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung seit 2013.

Die Forscherinnen und Forscher des IKG, die heute aus unterschiedlichen Ländern und Kulturen stammen, betrachten Konflikte und Gewalt als wichtige Herausforderungen, aber auch potenzielle Katalysatoren für die Veränderung von Gesellschaften. „Wir untersuchen vor allem die Bedingungen, Ausdrucksformen und Konsequenzen von Konflikten und Gewalt innerhalb von Gesellschaften“, beschreibt Professor Dr. Andreas Zick die Agenda des Institutes, das er seit 2013 als Direktor leitet. Er ist der Nachfolger von Professor Dr. Wilhelm Heitmeyer. Der Soziologe und Erziehungswissenschaftler hatte das interdisziplinäre Forschungszentrum in Bielefeld aufgebaut und geleitet.

Seit 16 Jahren prägt das IKG mit seinen Analysen zur „Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit“ die Forschung und die öffentliche Diskussion über die Abwertung und Ausgrenzung schwacher Gruppen. Heute wird der Begriff auch in Medien und Politik verwendet. Er prägte die Strategien zur Stärkung der Demokratie in der letzten Bundesregierung.

Die Themen, die das IKG untersucht, sind oft nah am politischen Geschehen, ob es um Hass-Taten gegenüber Geflüchteten geht, soziale Proteste oder menschenfeindliche Überzeugungsmuster und Milieus. Viele neue Analysen des Instituts befassen sich mit der Radikalisierung junger Menschen – etwa durch (neo-)salafistische Propaganda – und tragen zur Prävention bei. Das IKG ist ebenfalls bekannt für seine Studien zu Gewalt im Fußball.

Überregionale Medien bitten Andreas Zick häufig um seine Einschätzung. „Wir werden von Medien angefragt, weil Konfliktforschung soziale Veränderungen oft früher sieht als sie in öffent-lichen Debatten auftauchen“, sagt Zick. „Hinzu kommt, dass Konflikten und Gewalt am besten zu begegnen ist, wenn man wissenschaftliche Erkenntnisse heranzieht. Und da wir die Meinung von Bürgern wissen wollen, geben wir unsere Erkenntnisse auch gerne zurück und stellen uns öffentlichen Debatten.

Weitere Informationen

Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung: www.uni-bielefeld.de/ikg