Insgesamt 13 Mio. Euro für Promotionskollegs im Spannungsfeld zwischen Forschung und beruflicher Praxis

Mann vor einer Konzept-Wand

Noch immer werden Doktorandinnen und Doktoranden auf Karrierewege außerhalb der Wissenschaft unzureichend vorbereitet. Mit einer Ausschreibung von Promotionskollegs für die Geistes-, Kultur- und Gesellschaftswissenschaften möchte die VolkswagenStiftung einen Impuls für eine stärkere Praxisorientierung geben. Jetzt wurden Mittel unter anderem an die Universitäten Duisburg-Essen, Bochum und Dortmund bewilligt.

Die digital vernetzte Wissensgesellschaft hat einen stetig wachsenden Bedarf an Arbeitskräften mit einer fundierten akademischen Ausbildung. So eröffnen sich auch für promovierte Geistes-, Kultur- und Gesellschaftswissenschaftler(innen) neue, attraktive Berufschancen außerhalb der Universitäten – und alternativ zum klassischen Weg ins Lehramt. Doch obwohl eine Professur oder unbefristete Festanstellung in der Wissenschaft nur für sehr wenige erreichbar ist, spielt die Durchlässigkeit zwischen akademischer und außerakademischer Karriere in der deutschen Doktorand(inn)enausbildung nach wie vor kaum eine Rolle – anders als etwa bei den "practice-based doctorates" im angelsächsischen Raum.

Mit ihrer einmaligen Ausschreibung "Wissenschaft und berufliche Praxis in der Graduiertenausbildung" möchte die VolkswagenStiftung strukturverändernd auf die Promotionskonzepte in den Geistes-, Kultur- und Gesellschaftswissenschaften wirken. Um ein Signal zu setzen, im besten Fall auch für andere Förderorganisationen, unterstützt sie Forschungskollegs mit Pilotcharakter, in denen Nachwuchswissenschaftler(innen) im Rahmen ihrer Dissertationen genauere Einblicke in verschiedene Berufsfelder erhalten und sich so bereits während der Promotion für eine außeruniversitäre Tätigkeit qualifizieren können.

Folgende Projekte wurden in NRW bewilligt:

  • Prof. Dr. Barbara Buchenau: "Scripts for Postindustrial Urban Futures: American Models, Transatlantic Interventions" (Universität Duisburg-Essen, rd. 1,7 Mio. Euro)
  • Prof. Dr. Susanne Fengler (Technische Universität Dortmund, rd. 540.000 Euro), Prof. Dr. Barbara Thomaß (Universität Bochum, rd. 550.000 Euro) und Prof. Dr. Jens Loenhoff (Universität Duisburg-Essen, rd. 550.000 Euro): "MEDAS 21 | Global Media Assistance: Applied Research, Improved Practice in the 21 Century"

Kurzbeschreibung Promotionskolleg in Duisburg-Essen

Prof. Dr. Barbara Buchenau (Universität Duisburg-Essen): "Scripts for Postindustrial Urban Futures: American Models, Transatlantic Interventions":

Was verbindet den sogenannten Rust Belt, die ausgedehnte Altindustrieregion in den USA, mit dem Ruhrgebiet? Beide haben wechselhafte Phasen von De- und Reindustrialisierung hinter sich und stehen vor demografischen Herausforderungen: die Bevölkerung ist ethnisch vielfältig, der Anteil der Älteren steigt. Acht junge Wissenschaftler(innen) werden sich anhand amerikanischer Modelle mit Konzepten für eine nachhaltige Stadtentwicklung befassen, um anschließend zu prüfen, welche "Skripte" sich auf Städte im Ruhrgebiet anpassen lassen – für eine ökologisch nachhaltige, künstlerisch-kreative, aber auch sozial und kulturell inklusive Zukunft. Die Doktorand(inn)en arbeiten sich ein Jahr lang in das Forschungsfeld ein und arbeiten in einer einjährigen Praxisphase bei Unternehmen in Deutschland und den USA.

Weitere Informationen

www.volkswagenstiftung.de/nc/aktuelles-presse/presse/pressedet/news/detail/artikel/13-mio-euro-fuer-promotionskollegs-im-spannungsfeld-zwischen-forschung-und-beruflicher-praxis/marginal/5457.html