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Leitthemen

Gesellschaftlicher Wandel

Um nachhaltigen Fortschritt für die Menschen erreichen zu können, ist ein hohes Maß an gesellschaftlichem Zusammenhalt erforderlich. Alter- und Einkommensarmut ist hier genauso ein Thema wie die strukturellen Veränderungen in der Arbeitswelt. Neben der wachsenden Internationalität, der Migration und sich verändernden Lebensstilen und Erwerbsbiografien befindet sich die gesamte Gesellschaft in einem Wandel. Es stellt eine Herausforderung für unsere Gesellschaft dar, dieser Vielfalt Raum zu geben und inneliegende Chancen und Potenziale zu erkennen. Diese Entwicklungen in den verschiedenen Lebensbereichen sind wissenschaftlich und gesellschaftlich zu betrachten, um daraus Lösungen und Strategien zu erarbeiten. Die Geistes- und Gesellschaftswissenschaften liefern hier einen wertvollen Beitrag zum zu den Themen der gesellschaftlichen Herausforderungen, indem sie Handlungsoptionen aufzeigen. Zu betrachten sind hier unter anderem der Wertewandel, Lebensstile und Einstellungen, Entwicklungen von Kultur, Sozialstrukturen, Machtverhältnissen und Rechtssystemen.


Demografischer Wandel

Bei der steigenden Lebenserwartung in Deutschland stellt sich die Frage, wie man im Interesse aller Menschen mit den demografisch bedingten Veränderungen in der Lebens- und Arbeitswelt umgeht. Die gesundheitlichen Aspekte im Rahmen von zum Beispiel Volkskrankheiten, aber auch der Stammzellenforschung stehen hier oft im Kern der Interessen. Die Geistes- und Gesellschaftswissenschaften können hier im Bereich der Begleit-, Partizipations- und Akzeptanzforschung unterstützend in den Kernfragen der Gesundheit und des Wohlergehens wirken. Im Rahmen der Gesundheitsforschung ergeben sich so unter anderem auch Fragen nach den Persönlichkeitsrechten, aber auch Themen wie die Veränderung der sozialen Infrastruktur und der sozialen Gerechtigkeit sind hier näher zu beleuchten.


Klimaschutz und Ressourceneffizienz

Die Temperaturen steigen, der Meeresspiegel wird angehoben, die Ressourcen werden immer knapper - der Klimawandel stellt eine Gefahr für Menschen und Umwelt dar. Wie verbessern wir unsere Ressourceneffizienz? Wie reduzieren wir Treibhausgase? Wie können wir bereits bei der Produktion auf Nachhaltigkeit achten? Diesen Fragestellungen nimmt sich NRW an und stärkt unter anderem hier die Forschung.
Exemplarisch lässt sich hier die Initiative KlimaExpo.NRW nennen: Diese Initiative präsentiert technologische und wirtschaftliche Potenziale Nordrhein-Westfalens im Bereich Klimaschutz. Sie ist zugleich Leistungsschau und Ideenlabor für den Standort NRW und das nicht nur an einem Ort und an einem Tag, sondern landesweit und das bis 2022. Die KlimaExpo.NRW möchte erfolgreiche Projekte einem breiten Publikum bis hin zur internationalen Ebene verständlich und erfahrbar machen und dadurch zusätzliches Engagement für den Klimaschutz fördern.
Die Geistes- und Gesellschaftswissenschaften spielen im Kontext des Klimaschutzes eine wichtige Rolle, da bei Änderungen von Produktionsprozessen auch die Konsequenzen daraus für die Arbeit und Qualifizierung der beteiligten Personen mit zu bedenken sind. Darüber hinaus sind bei dem Einsatz neuer Technologie und Prozesse deren Rahmenbedingungen und Konsequenzen zu erforschen und aktiv mitzugestalten. Hier können die Geistes- und Gesellschaftswissenschaften in NRW einen wertvollen Beitrag liefern.


Sichere und saubere Energie

Der Ausstieg aus der Kernenergie und der massive Ausbau erneuerbarer Energiequellen soll dem gesteigerten Anspruch an sicherer und sauberer Energie entgegenkommen. In NRW werden 30 Prozent des deutschen Stroms erzeugt, was NRW damit zum Energiestandort Nr.1 in Deutschland macht. Neben technologischen und ökonomischen Faktoren spielt bei der Energiewende auch der Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern eine große Rolle: Um neue Technologien zu entwickeln und umsetzbar zu machen, ist der Austausch zwischen Forscherinnen und Forschern und den potenziell betroffenen Personenkreisen essentiell. Die empirische Sozialforschung, aber auch Forschungsfragen entlang der Ethik können technische Neuerungen positiv in der Entwicklung unterstützen. Bei allen technischen und ökonomischen Überlegungen ist auch immer die Frage nach der Umsetzbarkeit und die gesellschaftliche Akzeptanz ein entscheidendes Kriterium.


Gesunde Nahrung und nachhaltige Produktion

Weltweit wird es schwieriger, die Versorgung aller Menschen mit gesunden Lebensmitteln zu gewährleisten. Regional gesehen steht NRW vor der Herausforderung der nachhaltigen Versorgung mit Lebensmitteln, der Nutzung kultivierbarer Flächen und auch der Verschwendung von Lebensmitteln.  Neben Aspekten zur Agrartechnik, Nährstoffzusammensetzung und Qualitätssicherung sind hier auch verhaltensbezogene Aspekte zu beachten: Wie ist die Perspektive der Verbraucherinnen und Verbraucher in Bezug auf Lebensstile und Handlungsweisen? Chancen und Risiken von technologischen Änderungen sind auch bzgl. ihrer gesellschaftlichen und ethischen Effekte zu betrachten.


Mobilität

Mobilität als Lebensader von Wirtschaft und Gesellschaft – ein umfassendes und nachhaltiges Konzept bedenkt Umweltauswirkungen ebenso wie wirtschaftliche und soziale Folgen. Das Ziel in NRW ist es insgesamt, den Verkehr so effizient wie möglich zu gestalten, dies betrifft den Individualverkehr genauso wie den Güterverkehr. Verschiedene Bereiche sind hier angesprochen: Elektromobilität, Informations- und Kommunikationstechnologien, Logistik sowie Material- und Nanowissenschaften. Jedoch reicht eine reine Optimierung der Infrastruktur und der Verkehrsmitteln nicht aus. Die Geistes- und Gesellschaftswissenschaften beschäftigen sich in diesem Zusammenhang zum Beispiel damit, wie sich das Nutzerverhalten auf diese Systeme auswirkt, genauso wie der demografischer Wandel und die individuellen Lebensstile, die sich zum Beispiel mit Gesundheitsaspekten oder Klimaschutzgedanken befassen.